Tarifvertrag für Fleischwirtschaft ist da

13.1.2014 – Mindestlohntarifvertrag für Fleischwirtschaft

Die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) konnte mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine Einigung über einen Mindestlohntarifvertrag für die Fleischwirtschaft erzielen.

Nachdem am 17. Dezember 2013 die letzte Tarifrunde für die Fleischwirtschaft nach monatelangen Verhandlungen ohne Ergebnis auseinandergegangen war, haben auf Initiative von Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer und ANG-Präsidentin Brigitte Faust noch im Dezember 2013 vertrauliche Gespräche zwischen NGG, ANG und BDA über die Ausgestaltung eines Tarifvertrages für die Fleischwirtschaft stattgefunden. Auf Grundlage der dort vereinbarten Eckpunkte konnte der Tarifvertrag zwischen NGG und den zuständigen ANG-Landesverbänden abgeschlossen werden.

Die Ergebnisse sind:

  • Laufzeit: 1.7.2014 bis 31.12.2017
  • Keine Nachwirkung
  • Verhandlungspflicht ab 1.7.2017
  • Stufenlösung brutto pro Stunde:

- 1.7.2014:                  7,75 Euro
- 1.12.2014:                8,00 Euro

- 1.10.2015:                8,60 Euro
- 1.12.2016:                8,75 Euro

  • Keine Differenzierung des Mindestlohnes nach Ost und West
  • Aufnahme in Entsendegesetz/Erstreckung

Wird der jetzt vereinbarte Mindestlohn, wie von der Bundesregierung angekündigt, über das Entsendegesetz erstreckt, gilt er für alle etwa 100.000 Beschäftigten in der deutschen Fleischwirtschaft. Darunter fallen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Betrieben der Fleischverarbeitung, in Schlachtbetrieben und der Geflügelverarbeitung, unabhängig davon, ob sie zur Stammbelegschaft gehören oder über einen Werk- oder Dienstvertrag eingesetzt sind.

Michaela Rosenberger, Vorsitzende der Gewerkschaft NGG, erklärte zu dem Verhandlungsergebnis: „Auf Arbeitgeberseite hat sich die Vernunft durchgesetzt und es wurde der Wert einer zügig umsetzbaren tarifvertraglichen Lösung in der Fleischwirtschaft anerkannt. Dank gilt der Präsidentin der ANG, Frau Faust, und der Geschäftsführerin Valerie Holsboer, die wohl maßgeblich an diesem Umdenkprozess mitgewirkt haben.“

ANG-Präsidentin Brigitte Faust (im Bild mit Herrn Güster): „Ich danke Frau Rosenberger dafür, dass sie sich im Dezember 2013 so nachhaltig dafür eingesetzt hat, eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. Das Ergebnis ist ein für beide Seiten tragbarer und zukunftsorientierter Vertrag.“

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