Ausbildungsstart 2019 - über 6000 freie Ausbildungsplätze in ernährungstypischen Berufen der Ernährungs- und Genussmittelindustrie

PRESSEMITTEILUNG

Berlin, 01.08.2019 - Heute beginnt offiziell das neue Ausbildungsjahr. Damit starten wieder mehrere hunderttausend Jugendliche in ihr aktives Berufsleben. Allein in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie werden derzeit rund 30.000 junge Menschen ausgebildet. Die Branche verfügt mit über 20 anerkannten dualen Ausbildungsberufen über ein besonders vielfältiges Angebot. Dazu gehören neben den ernährungstypischen Berufen, wie z.B. der Fachkraft für Lebensmitteltechnik, auch kaufmännische Berufe, wie z.B. der/die Bürokaufmann/-frau, und technische Ausbildungsberufe, wie der bzw. die Industriemechaniker/in.

Was eine Ausbildung in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie so einzigartig macht, erläutert die Hauptgeschäftsführerin der ANG, Stefanie Sabet: „Die Branche ist extrem abwechslungsreich. Vom Start-Up bis zum Großkonzern, von süß bis salzig, von regional bis global, High-Tech bis Handarbeit. Die Lebensmittelproduktion in Deutschland bietet tolle Beschäftigungsmöglichkeiten. Und natürlich spielt Nachhaltigkeit in der Branche eine wichtige Rolle, angesichts sich ständig wandelnder Konsumbedürfnisse, komplexer Lieferketten und einer steigenden Ressourcenknappheit tragen die Unternehmen und ihre Mitarbeiter viel Verantwortung. Jährlich kommen 40 000 neue Produkte auf den Markt und werden 1 000 Unternehmen gegründet. Auch die Digitalisierung verändert Prozesse zusehends - das alles zeigt wie dynamisch die Branche sich entwickelt.“

Fest steht, mit der Aufnahme ihrer beruflichen Erstausbildung beschreiten die Jugendlichen einen attraktiven und arbeitsmarktfähigen Bildungsweg, der jedoch nach der Ausbildung nicht endet. Die Branche hat im Anschluss zahlreiche attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zum berufsbegleitenden Studium zu bieten. Für diejenigen, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, gibt es zudem gute Nachrichten. Zuletzt suchten die Betriebe der Branche allein über 6.000 Auszubildende in den ernährungstypischen Berufen. Eine Übersicht der Ausbildungsberufe sowie Weiterbildungsangebote und die passenden Ausbildungsplatzbörsen finden Sie auf der ANG-Homepage unter folgendem Link

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in über 6.100 vorwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben rund 610.000 Menschen. Anders als in allen anderen deutschen Industrien werden in der Branche jedes Jahr hunderte von Tarifverträgen in den einzelnen Regionen und Teilbranchen abgeschlossen und neu verhandelt. Es gibt keinen anderen Wirtschaftsbereich in Deutschland, der eine solch differenzierte Tarifpolitik betreibt. Die ANG verbindet als Dachverband die neun sozialpolitischen Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie.


Kontakt für Presseanfragen:
Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V.
Hauptgeschäftsführerin Stefanie Sabet
Claire-Waldoff-Straße 7, 10117 Berlin
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E-Mail: sabet@ang-online.com

ANG-Beschäftigtenbericht 03I2019

Nahrungs-und Genussmittelhersteller benötigen weiter Auszubildende – vor allem bei den ernährungstypischen Berufen

Berlin, 30. Juli 2019

Beschäftigte

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie stieg um 1,0 Prozent laut jüngsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) für den Stichtag 31. Dezember 2018 im Vergleich zum Vorjahr. Damit befindet sich die
Branche bei stabiler Umsatzentwicklung wiederholt im Beschäftigungsaufbau. Zusätzlich zu den für die Industrie typischen kaufmännischen und technischen Berufsbildern, arbeiten mehr als ein Drittel der Beschäftigten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie in ernährungstypischen Berufen. Auch in diesen branchenspezifischen Berufszweigen konnten im
Vergleich zum Winter 2017 0,7 Prozent mehr Menschen beschäftigt werden. Insgesamt hat der Beschäftigungsaufschwung zum vorhergehenden Quartal leicht abgenommen.

Auszubildende

Ein weiterer wichtiger Indikator für die zukünftige Beschäftigungsentwicklung in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist die Entwicklung der Auszubildendenzahlen. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 waren 32.029 Auszubildende in der Branche tätig. Das entspricht einem Rückgang von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Auszubildendenzahl bei den ernährungstypischen Berufen sank hingegen noch stärker, um ganze 3,3 Prozent. Damit übersteigt der Rückgang sogar den durchschnittlichen Trend der letzten Jahre. Dabei besteht noch Potential nach oben, denn die Branche bietet deutlich mehr Ausbildungsplätze für eine sichere Zukunft als aktuell besetzt werden konnten.

Vakanzen

Die Gewinnung und Bindung von Fachkräften ist und bleibt eine zentrale Herausforderung für die Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Die Ergebnisse der monatlich erfolgenden Engpassanalyse zeigen, dass die Zahl der offenen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen bei den ernährungstypischen Berufen trotz des Beschäftigungsanstiegs auf hohem Niveau bleibt. Zeitgleich bleiben die Stellen aufgrund des Fachkräftemangels aber immer länger unbesetzt. So lag die Vakanzzeit2 im Juni 2019 bei 146 Tagen. Im Vorjahresvergleich stieg sie damit um 11,5 Prozent.

Ausblick

„Die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen kennt in den letzten Jahren nur eine Richtung, nach oben. Umso besorgniserregender ist der anhaltende Rückgang bei den Auszubildenden. Für das kommende Ausbildungsjahr sind aktuell in den ernährungstypischen Berufen noch über 6.600 Berufsausbildungsstellen unbesetzt. Dieses Defizit wird sich langfristig in einen Mangel an Fach- und Führungskräften transformieren, der die Unternehmen der Branche vor gewaltige Herausforderungen stellt“, betont Stefanie Sabet, Hautgeschäftsführerin der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss.

Auch um den bestehenden Fachkräftemangel nicht zu verstärken, gilt es für die Unternehmen daher in Zukunft gezielt in Maßnahmen der Fachkräftegewinnung und –bindung zu investieren. Neben der Ausschöpfung des eigenen Fachkräftepotenzials sowie der Nutzung des europäischen Binnenmarkts, spielt auch die Gewinnung von qualifizierten Fachkräften aus dem
Ausland eine zunehmend wichtige Rolle.

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in über 6.100 vorwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben rund 610.000 Menschen. Anders als in allen anderen deutschen Industrien werden in der Branche jedes Jahr hunderte von Tarifverträgen in den einzelnen Regionen und Teilbranchen abgeschlossen und neu verhandelt. Es gibt keinen anderen Wirtschaftsbereich in Deutschland, der eine solch differenzierte Tarifpolitik betreibt. Die ANG verbindet als Dachverband die neun sozialpolitischen Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie.


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Ernährungsindustrie für ein starkes Europa

Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V.

 

PRESSEMITTEILUNG

 

Berlin, 16.07.2019 - Die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V. (ANG) und die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE) haben in einem gemeinsamen Positionspapier ihre Forderungen an die europäischen Institutionen für eine erfolgreiche Europapolitik 2019-2024 veröffentlicht.

Dazu erklärt Stefanie Sabet, Hauptgeschäftsführerin der ANG und Geschäftsführerin der BVE: „Seit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Einführung des Europäischen Binnenmarkts 1993 ist die deutsche Ernährungsindustrie stetig gewachsen. Eine starke Europäische Union ist die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolges unserer Unternehmen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Europäische Union auch in den kommenden Jahren stark bleibt. Dafür müssen wichtige Projekte vorangetrieben werden. Für die deutsche Ernährungsindustrie zählt dazu beispielsweise die Vollendung des Binnenmarktes und die Einführung fairer Wettbewerbsregelungen und Rahmenbedingungen, die eine nachhaltige Lebensmittelproduktion möglich machen. Ein weiteres Herzensanliegen unserer Branche ist der Ausbau der internationalen Handelspolitik. Zur Öffnung und Offenhaltung strategisch wichtiger Märkte wie China, USA und Großbritannien sind unsere Unternehmen auf die Europäische Union angewiesen. Aber auch sozialpolitisch muss die EU jetzt Ihre Hausaufgaben machen wie z.B. bei der Bewahrung der Arbeitnehmerfreizügigkeit im EU-Binnenmarkt.“

Die 11 Forderungen auf einen Blick:
1. Vollendung des Binnenmarktes für Lebensmittel und nachhaltige Lebensmittelproduktion
2. Mehr Fairness, weniger Bürokratie auch für Lebensmittelhersteller
3. Geteilte Verantwortung bei der Umsetzung der EU-Einweg-Plastik-Richtlinie wahren und Zielkonflikte vermeiden
4. Wirksame Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung
5. Schutz- und Sorgfaltspflichten für Menschenrechte nachhaltig stärken
6. Globale Wettbewerbsfähigkeit der Ernährungsindustrie durch EU-Handelsabkommen stärken
7. Zuverlässigen Handel mit dem Vereinigten Königreich auch nach dem Brexit sicherstellen
8. EU-Sozialpolitik muss die Kompetenzen der EU Mitgliedstaaten respektieren
9. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit im EU-Binnenmarkt bewahren
10. Sozialpartnerschaft und den Sozialen Dialog europaweit fördern
11. Investitionen in Forschung und Innovationen in der Ernährungsindustrie fördern Die ausführlichen Forderungen finden Sie im beigefügten Positionspapier der beiden Verbände.

 

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BVE e. V. ANG e. V  
Monika Larch Stefanie Sabet  
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Für Ernährungs- und Genussmittelindustrie geht Entgelttransparenzgesetz an Ursachen vorbei

Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V.

 

PRESSEMITTEILUNG

 

Berlin, 12. Juli 2019 - Im jüngst verabschiedeten Bericht zur Evaluation des Gesetzes zur Förderung der Entgelttransparenz zwischen Männern und Frauen (Entgelttransparenzgesetz), stellt das Bundeskabinett fest, dass das Gesetz in seiner zweijährigen Laufzeit nicht hinreichend in Anspruch genommen worden ist. Aus Sicht der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) geht das Gesetz an den wahren Ursachen für Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen vorbei. Für die mehrheitlich tarifgebundenen Beschäftigten in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie gilt grundsätzlich Entgeltgleichheit. Insbesondere die tarifvertraglichen geregelten Entgeltsysteme gewährleisten die gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit, unabhängig vom Geschlecht.

Die ursprünglichen Beweggründe des Gesetzes, die Bezahlung von Frauen gleichzustellen, sind nicht auf eine mangelnde Transparenz zurückzuführen. Die wahren Ursachen liegen nach wie vor in der geringeren Arbeitszeit von Frauen, meist aufgrund der Betreuung von Kindern oder Angehörigen. Auch in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie sind fast 90 Prozent der Teilzeitbeschäftigten Frauen, rund 70 Prozent der geringfügig Beschäftigten (Minijobber) sind weiblich. Stefanie Sabet, ANG-Hauptgeschäftsführerin stellt fest: „Um den dadurch entstehenden Verdienstunterschieden zu begegnen, braucht es aus Sicht der ANG eine praxisnahe Förderung der Vollzeitbeschäftigung von Frauen.“

Anstatt weitere Anpassungen oder gar Verschärfungen des Gesetzes vorzunehmen, muss an diesen Stellen angesetzt werden. Alles andere würde keine Verbesserungen mit sich bringen, sondern die Unternehmen mit bürokratischen Vorkehrungen weiter belasten. Es bedarf zum einen Maßnahmen zur Förderung einer klischeefreien Studien- und Berufsorientierung für Mädchen und Jungen. Zum anderen muss das Angebot an Kitas und Schulen mit Ganztagskinderbetreuung ausgebaut werden, um beiden Elternteilen eine Tätigkeit in Vollzeit zu ermöglichen.

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in über 6.100 vorwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben rund 610.000 Menschen. Anders als in allen anderen deutschen Industrien werden in der Branche jedes Jahr hunderte von Tarifverträgen in den einzelnen Regionen und Teilbranchen abgeschlossen und neu verhandelt. Es gibt keinen anderen Wirtschaftsbereich in Deutschland, der eine solch differenzierte Tarifpolitik betreibt. Die ANG verbindet als Dachverband die neun sozialpolitischen Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie.


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ANG-Report Nahrung und Genuss 01I2019

Mit dem ersten ANG-Report Nahrung und Genuss 2019 informiert die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e. V. über die sozial- und arbeitsmarktpolitischen Themen der Branche der letzten Monate. Dabei geht es um neueste Zahlen zur Beschäftigung, Ausbildung und Tarifbindung in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie sowie eine Einschätzung zu den für die Branche wichtigsten politischen Gesetzesvorhaben.

Neben weiteren Einblicken in das Verbandsgeschehen schließt der Report im „ANG-Nachgefragt“ Expertengespräche zur Branche und Fachkräftesituation mit ein. Diesmal im Interview: Bianca Burmester, Geschäftsführerin des Jobportals foodjobs.de.

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in knapp 6.100 überwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben rund 610.000 Menschen in Deutschland. Die ANG verbindet als Dachverband die neun sozialpolitischen Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie, die jährlich hunderte von Tarifverträgen in den einzelnen Regionen und Teilbrachen abschließen.

 

 

 

Ernährungs- und Genussmittelindustrie fordert vom Gesetzgeber Beibehaltung etablierter Abschlussbezeichnungen bei Fortbildungen

Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V.

 

PRESSEMITTEILUNG

 

Berlin, 28.06.2019 - Anlässlich der letzten Sitzung des Bundestages vor der Sommerpause 2019 lenkt die ANG den Blick auf das anstehende Gesetzgebungsverfahren des Berufsbildungs- modernisierungsgesetzes (BBiMoG). Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie sieht bei der Aufnahme der Lesungen im Bundestag vor allem bei der geplanten Einführung neuer
zwingender Fortbildungsabschlüsse noch Änderungsbedarf.

ANG-Hauptgeschäftsführerin Stefanie Sabet fordert: „Die in der Praxis gut etablierten und auch im Ausland anerkannten Abschlussbezeichnungen müssen beibehalten werden. Es erscheint unserer Branche fraglich, inwiefern die geplanten komplexen Bezeichnungen zu einer höheren Attraktivität der Berufsausbildung beitragen sollen. Aus Sicht der Branche geht das Gesetz hier am tatsächlichen Bedarf vorbei. Daher sind die Bundestagsabgeordneten aufgefordert, den Tarifpartnern die Entscheidungshoheit über die Bezeichnungen bei der Modernisierung von Fortbildungsabschlüssen zu überlassen.“

Hinsichtlich der ebenfalls im Gesetz geplanten Einführung einer Mindestausbildungsvergütung betont die ANG, dass sich besonders in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels und unbesetzter Berufsausbildungsstellen eine attraktive Ausbildungsvergütung als Mehrwert für Unternehmen bei der Fachkräftegewinnung erweist. Die ANG begrüßt, dass die Forderungen der Branche nach einem Tarifvorrang für tarifgebundene Unternehmen sowie einer Dynamisierung entsprechend der gewichteten tariflichen Durchschnittserhöhung der Ausbildungsvergütungen im Regierungsentwurf Anklang gefunden haben. Damit bleiben die realen Bedingungen in den Unternehmen der Maßstab. Dieser Mechanismus muss auch in Zukunft beibehalten werden. Unverständlich bleibt jedoch, warum der von der Politik gewünschte Sozialpartnervorschlag für die Ausgestaltung der Mindestausbildungsvergütung im Regierungsentwurf nicht umgesetzt wurde. Aus Sicht der ANG muss auch hier im Gesetzgebungsverfahren nachgebessert und der Empfehlung der Sozialpartner entsprechend Rechnung getragen werden.

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in über 6.100 vorwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben rund 610.000 Menschen. Anders als in allen anderen deutschen Industrien werden in der Branche jedes Jahr hunderte von Tarifverträgen in den einzelnen Regionen und Teilbranchen abgeschlossen und neu verhandelt. Es gibt keinen anderen Wirtschaftsbereich in Deutschland, der eine solch differenzierte Tarifpolitik betreibt. Die ANG verbindet als Dachverband die neun sozialpolitischen Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie.


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ANG-Präsidentin Brigitte Faust fordert anlässlich 5 Jahre Mindestlohn Beibehaltung der Tariflohnorientierung des Mindestlohnes

Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V.

 

PRESSEMITTEILUNG

 

Berlin, 26.06.2019 - In diesem Sommer jährt sich der Beschluss des Deutschen Bundestages über die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zum fünften Mal. ANG-Präsidentin und Mitglied der Mindestlohnkommission Brigitte Faust diskutierte zu diesem Anlass heute mit undesarbeitsminister Hubertus Heil, DGB-Bundesvorstandsmitglied Stefan Körzell, BDA- Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter und der stellvertretenden ver.di Vorsitzenden Andrea Kocsis auf der DGB-Mindestlohnkonferenz über die Auswirkungen und gegenwärtigen Herausforderungen des Mindestlohns.

In einer Bestandsaufnahme resümierte Faust: „Der Mindestlohn genießt sehr hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Es ist richtig, dass sich seine Anpassung nachlaufend an der Tariflohnentwicklung orientiert. Zudem erkennt die Einbindung der Sozialpartner in Form der paritätisch besetzten Mindestlohnkommission die gesetzlich verankerte Rolle der Tarifautonomie in Deutschland an. An diesen Prinzipien muss festgehalten werden. Pauschale Forderungen nach einem Mindestlohn von 12 Euro und mehr ohne Berücksichtigung der wirtschaftlichen Entwicklung sind gerade in Zeiten schwacher Konjunktur unverantwortlich und zurückzuweisen.

In Bezug auf die Ernährungs- und Genussmittelindustrie hob die ANG-Präsidentin hervor, dass der Mindestlohn in der Branche die Ausnahme bleibe und auf nur 5 Prozent aller Beschäftigen zutreffe. Das Lohnniveau in der viertgrößten deutschen Industrie ist attraktiv und liegt bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 17,67 Euro. Unabhängig davon gelte, da wo der Mindestlohn gezahlt wird, muss er auch eingehalten werden. Hierzu bedürfe es wirksamer Kontrollen.

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in über 6.100 vorwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben rund 610.000 Menschen. Anders als in allen anderen deutschen Industrien werden in der Branche jedes Jahr hunderte von Tarifverträgen in den einzelnen Regionen und Teilbranchen abgeschlossen und neu verhandelt. Es gibt keinen anderen Wirtschaftsbereich in Deutschland, der eine solch differenzierte Tarifpolitik betreibt. Die ANG verbindet als Dachverband die neun sozialpolitischen Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie.


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Ernährungs- und Genussmittelindustrie fordert rasche und einheitliche Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes

Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V.

 

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Berlin, 07.06.2019 - Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der voranschreitenden Digitalisierung, ist Deutschland zunehmend auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Da die Gewinnung von Beschäftigten aus anderen EU-Mitgliedstaaten nahezu ausgeschöpft ist, können die Bedarfe hauptsächlich aus dem Nicht-EU-Ausland gedeckt werden. Auch in der Ernährungs-und Genussmittelindustrie gewinnt die Anwerbung qualifizierter Fachkräfte aus Drittstaaten an Bedeutung. Schon heute stammen 17 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der Branche aus dem Ausland.

Das heute vom Bundestag verabschiedete Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist ein wichtiges Vorhaben der Bundesregierung. Zentraler Baustein des Gesetzes ist der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt für Nichtakademiker mit qualifizierter Berufsausbildung und der Wegfall der bisher geltenden Beschränkung auf Mangelberufe. Gerade die Ernährungs-und Genussmittelindustrie könnte mit ihrem überdurchschnittlich hohen Bedarf an ausgebildeten
Fachkräften davon profitieren.

Für die Unternehmen sind in erster Linie einheitliche und transparente Zuwanderungsverfahren entscheidend. „Deshalb müssen digitale Lösungen, wie eine zentral hinterlegte e-Akte, klare Zuständigkeiten zwischen den beteiligten Behörden und eine ausreichend personelle und fachliche Ausstattung der Auslandsvertretungen und Ausländerbehörden an erster Stelle bei der Umsetzung des Gesetzes stehen,“ hebt die Hauptgeschäftsführerin der ANG, Stefanie Sabet, hervor. Ohne diese Anpassungen wird der organisatorische Aufwand, vor allem für die kleinen und mittelständischen Unternehmen der Branche in den ländlichen Regionen, kaum zu leisten sein.

Insgesamt geht das Gesetz in die richtige Richtung. Nichtsdestotrotz bleiben die Hürden für die Einreise qualifizierter Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Staaten hoch. Daher bleibt abzuwarten, ob sich die erwünschten Zuwächse von ausländischen Fachkräften abzeichnen. „Die Bundesregierung muss das Gesetz daher zeitnah evaluieren und gegebenenfalls Anpassungen
vornehmen,“ so Sabet. 

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in über 6.100 vorwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben rund 610.000 Menschen. Anders als in allen anderen deutschen Industrien werden in der Branche jedes Jahr hunderte von Tarifverträgen in den einzelnen Regionen und Teilbranchen abgeschlossen und neu verhandelt. Es gibt keinen anderen Wirtschaftsbereich in Deutschland, der eine solch differenzierte Tarifpolitik betreibt. Die ANG verbindet als Dachverband die neun sozialpolitischen Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie.


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ANG-Arbeitspanel 2019 belegt stabile Beschäftigungsstrukturen in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie

Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V.

 

PRESSEMITTEILUNG

 

Berlin, 03.06.2019 - Einen genaueren Blick auf die Beschäftigtenstrukturen in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie erlaubt das repräsentative ANG-Arbeitspanel 2019 – eine jährliche Umfrage unter den ANG-Mitgliedern. Das Panel belegt, die Branche bietet gute und sichere Arbeitsplätze. „Insgesamt ist die Beschäftigungserwartung für 2019 positiv. Die Hälfte der Unternehmen erwartet wenig Veränderungen bei der Zahl der Beschäftigten. Ein Drittel ist überzeugt, dieses Jahr mehr Mitarbeiter als im Vorjahr zu benötigen. Damit wird der anhaltende Trend zum Beschäftigungsausbau fortgeführt,“ hebt die Hauptgeschäftsführerin der ANG, Stefanie Sabet, hervor.


Die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Branche sind nach wie vor vielseitig: 2018 arbeiteten 76 Prozent der Beschäftigten in Produktion, Logistik und Lagerarbeit und 24 Prozent in Verwaltung und Management. Ein Blick auf die Art der Beschäftigungsverhältnisse zeigt, die Mehrheit der Beschäftigten arbeitet unbefristet, sozialversicherungspflichtig und in Vollzeit. Der Anteil flexibler Beschäftigungsverhältnisse wie Teilzeit, Minijobs und Befristungen aber auch der
Einsatz vom Fremdpersonal wie Zeitarbeit und Werkverträge blieb 2018 auf einem konstanten Niveau von 19 Prozent. Flexible Beschäftigungsverhältnisse in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie sind notwendig, um mit häufigen Angebots- und Nachfrageschwankungen sowie den individuellen Bedürfnissen der Arbeitnehmer bspw. zur besseren Work-Life-Balance umgehen zu können. 


Das ANG-Arbeitspanel zeigt, dass besonders in den größeren Industrieunternehmen der Branche eine geschlechterspezifische Berufswahl noch die Regel zu sein scheint, denn hier liegt der Männeranteil bei 60 Prozent und der Frauenanteil nur bei 40 Prozent. Die Gewinnung von mehr weiblichen Fachkräften spielt für die Ernährungs- und Genussmittelindustrie daher bei der Fachkräftesicherung eine große Rolle. 


Eine der größten Herausforderungen der Branche ist die hohe Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen. Hier fehlen vor allem Bewerber für technische Berufe, wie Elektroniker, aber auch bei den ernährungstypischen Berufen, wie der Fachkraft für Lebensmitteltechnik sind Stellen unbesetzt. Aufgrund des Bewerbermangels wird die Bindung von vorhandenen
Fachkräften immer wichtiger. Daher ist besonders die Investitionsbereitschaft der Unternehmen mit rund 630 Euro pro weitergebildetem Beschäftigten erfreulich. Damit übernehmen die Unternehmen Verantwortung für ihre Mitarbeiter und sichern zugleich ihre Zukunftsfähigkeit. 

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in über 6.100 vorwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben rund 610.000 Menschen. Anders als in allen anderen deutschen Industrien werden in der Branche jedes Jahr hunderte von Tarifverträgen in den einzelnen Regionen und Teilbranchen abgeschlossen und neu verhandelt. Es gibt keinen anderen 
Wirtschaftsbereich in Deutschland, der eine solch differenzierte Tarifpolitik betreibt. Die ANG verbindet als Dachverband die neun sozialpolitischen Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie.

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Überdurchschnittliche Tarifbindung in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie

Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V.

 

PRESSEMITTEILUNG

 


Berlin, 29. Mai 2019 - Die Zahlen des aktuellen IAB-Betriebspanels vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung belegen, die Tarifbindung der Betriebe und Beschäftigten in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie ist überdurchschnittlich hoch. Die Zahl der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben ist im letzten Jahr erfreulicherweise leicht gestiegen. Insgesamt arbeitet weit über die Hälfte der Beschäftigten in tarifgebunden Betrieben.

Damit demonstrieren die Unternehmen der Branche, dass sie verlässliche Partner in der Sozialpartnerschaft sind. Die Tarifpartner sind am besten in der Lage, die branchenspezifischen und regionalen Gegebenheiten der jeweiligen Teilbranche einzuschätzen und ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend Tarifverträge abzuschließen. Das ist gelebte soziale Marktwirtschaft. Mit hunderten Tarifverträgen jedes Jahr macht die Branche mehr als jede andere deutlich, Sozialpartnerschaft braucht einen Handlungsrahmen, in dem der notwendige Spielraum Grundvoraussetzung ist. Unternehmen profitieren von der Planungssicherheit. 

„Forderungen nach staatlicher Regulierung, wie das jüngst geforderte Verbot von Mitgliedschaften in Arbeitgeberverbänden ohne Tarifbindung oder auch eine Ausweitung von Allgemeinverbindlicherklärungen, sind für uns nicht zielführend,“ unterstreicht die Hauptgeschäftsführerin der ANG, Stefanie Sabet. Gerade die Bindung an Tarifverträge ist grundsätzlich freiwillig und muss es auch bleiben. So verlangt es auch die negative Koalitionsfreiheit im Grundgesetz. „Fest steht, durch Zwang oder Verbot wird die Tarifbindung nicht gestärkt. Im Gegenteil. Je mehr staatliche Eingriffe es geben wird, desto unattraktiver werden die noch vorhandenen Gestaltungsmöglichkeiten für Arbeitgeber und Gewerkschaften,“ so Sabet.

Die ANG spricht sich dafür aus, die Attraktivität der Tarifpartnerschaft durch Anreize zu steigern. Dazu gehören unter anderem mehr Öffnungsklauseln in Tarifverträgen, die den Betrieben durch den Abschluss von individuellen Betriebsvereinbarungen Gestaltungsspielräume eröffnen. Aber auch der garantierte Vorrang von Tarifverträgen bei gesetzlichen Vorhaben spielt hier eine wichtige Rolle, da so den Sozialpartnern eine Mitverantwortung bei der praktischen Umsetzung zugesprochen wird.

 

 

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in knapp 6.100 überwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben rund 613.000 Menschen. Anders als in allen anderen deutschen Industrien werden in der Branche jedes Jahr hunderte von Tarifverträgen in den einzelnen Regionen und Teilbranchen abgeschlossen und neu verhandelt. Es gibt keinen anderen Wirtschaftsbereich in Deutschland, der eine solch differenzierte Tarifpolitik betreibt. Die ANG verbindet als Dachverband die neun sozialpolitischen Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie.

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Ernährungsindustrie: Konjunktur-Ampel steht auf Gelb

Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V.

 

PRESSEMITTEILUNG

 


 

Berlin, 28. Mai 2019 - 2018 konnte die Ernährungsindustrie unterm Strich kein Wachstum verzeichnen. Die Konjunktur-Ampel der Branche steht auf Gelb: Der Umsatz stagnierte bei 179,6 Milliarden Euro. Das Umsatzergebnis wurde dabei von der Preisentwicklung noch ab-gefedert. Die Absatzmengen gingen insgesamt leicht um 0,1 Prozent im Vorjahresvergleich zurück. Mit einem Umsatzvolumen von 120,1 Milliarden Euro blieb auch 2018 der deutsche Markt der wichtigste Absatzkanal der Branche und konnte im Gegensatz zum Exportgeschäft sogar einen leichten Zuwachs um 0,5 Prozent erreichen. Erstmals seit 10 Jahren konnte der Wachstumsmotor der Branche, das Exportgeschäft, nicht ausgebaut werden. Ausschlaggebend für das schwache Exportgeschäft waren vor allem Unsicherheiten durch den Brexit.

 „Mit dem Hin und Her beim Brexit haben wir einen Vorgeschmack darauf erhalten, was passiert, wenn Europa weiter geschwächt wird. Wir brauchen jetzt ein starkes Europa mit einer Vollendung des Binnenmarktes für Lebensmittel und eine zukunftsweisende Industriepolitik, damit der Wachstumsmotor wieder anläuft und die Konjunktur-Ampel wieder auf Grün springt,“ kommentiert Christoph Minhoff die Bilanz 2018 und adressiert seine Forderung an das neu gewählte EU-Parlament.

 Im Hinblick auf den Beschäftigungsaufbau zieht die Branche hingegen eine positive Bilanz. Allein 2018 stieg der Zahl der Beschäftigten um über 13.000 Stellen. Die insgesamt 6.119 Betriebe zählen somit 608.553 Beschäftigte. Das ANG-Arbeitspanel 2019 belegt erneut, dass die große Mehrheit (81 Prozent) unbefristet, sozialversicherungspflichtig und in Vollzeit arbeitet. Besorgniserregend ist hingegen der anhaltende Abwärtstrend bei den Bewerbern für Berufsausbildungsstellen. 2018 absolvierten 32.674 junge Menschen eine Ausbildung in der Ernährungsindustrie, 2,6 Prozent weniger als noch im Vorjahr. 10 Prozent der Ausbildungsstellen blieben unbesetzt. Hier brauchen besonders kleine und mittlere Unternehmen in den ländlichen Räumen mehr Unterstützung, um diesen Trend wieder umzukehren.

 „Die gute Arbeitsmarktlage hat die Politik zu sozial- und arbeitsmarktpolitischen Gesetzesänderungen verleitet, die die Arbeitgeber erheblich einschränken und mit Bürokratie belasten. Die noch offenen Vorhaben, allen voran die geplanten Einschränkungen von Befristungen, müssen daher auf den Prüfstand. Gleichzeitig muss die Politik eine wirkliche Stärkung der Tarifpartnerschaft fördern. Unternehmen und Gewerkschaften brauchen Handlungsspielräume, um unter den regionalen und branchenspezifischen Gegebenheiten eigenständige Lösungen zu finden. Ein Zwang darf es hier nicht geben,“ hebt die ANG-Hauptgeschäftsführerin Stefanie Sabet hervor.

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in knapp 6.100 überwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben rund 613.000 Menschen. Anders als in allen anderen deutschen Industrien werden in der Branche jedes Jahr hunderte von Tarifverträgen in den einzelnen Regionen und Teilbranchen abgeschlossen und neu verhandelt. Es gibt keinen anderen Wirtschaftsbereich in Deutschland, der eine solch differenzierte Tarifpolitik betreibt. Die ANG verbindet als Dachverband die neun sozialpolitischen Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie.

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BVE e. V. ANG e. V  
Monika Larch Stefanie Sabet  
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ANG-Mitgliederversammlung am 21. Mai 2019

Die ANG-Mitgliederversammlung 2019 fand im Hause der Ernährungs- und Landwirtschaft in Berlin statt. Gemeinsam mit den eingeladenen Referenten – Herrn Staatssekretär Dr. Rolf Schmachtenberg vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Herrn Peter Hahn von der Europäischen Bewegung Deutschland – diskutierten die ANG-Mitglieder und Gäste die rentenpolitischen Vorhaben der Bundesregierung sowie mögliche Szenarien nach der Europawahl 2019.

Endspurt Europawahl: „Heldenbild“- Generator macht Bekenntnis zu Europa für alle möglich

Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V.

PRESSEMITTEILUNG

 


Berlin, 20. Mai 2019 – Bevor am kommenden Sonntag ein neues Europaparlament gewählt
wird, appellieren die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V. (ANG), der Bund für
Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL) und die Bundesvereinigung der
Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE) noch einmal für ein Bekenntnis zur Europäischen
Union.

Ab sofort stellen die drei Verbände dafür auf der Kampagnenseite www.europa-braucht-helden.de zwei neue Mitmach-Tools zur Verfügung, die ein Bekenntnis für alle möglich machen: Einfach Bild hochladen, mit dem Bekenner-Logo versehen und in den Sozialen Medien teilen, an Freunde und Verwandte per Email verschicken oder Bild ausdrucken und auf dem Schreibtisch im Büro aufstellen oder am Kühlschrank zu Hause anbringen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit sein Profilbild auf Facebook mit einem Helden-Rahmen zu versehen. Auch hierzu findet sich die Anleitung auf der Kampagnenseite.


Anfang April hatten ANG, BLL und BVE die Kampagne „Europa braucht Helden“ gestartet mit dem Ziel, ein breites Bekenntnis für Europa in der Lebensmittelwirtschaft zu erzeugen. Dem Aufruf sind viele Unternehmen, Verbände und auch Vertreter der Politik gefolgt. Bis heute wurden in den Sozialen Medien unter #EuropasHelden über 200 Beiträge gepostet und rund eine halbe Million Menschen erreicht. Christoph Minhoff, Initiator der Kampagne, zeigt sich zufrieden: „Ich freue mich über die große Zahl der Unterstützer, die wir in so kurzer Zeit für die Kampagne gewinnen konnten. Unser Ziel, ein deutliches Bekenntnis der Ernährungswirtschaft für Europa zu erzeugen, haben wir mehr als erreicht. In vielen Gesprächen mit Politik und Medienvertretern gab es sehr viel Zuspruch. Ich bin überzeugt, dass wir mit der Kampagne einen Prozess angestoßen haben, der auch über die Europawahl am 26. Mai hinauswirken wird, denn die Europäische Union ist trotz berechtigter Kritik die Basis für die Zukunft unserer Branche.“ Auch ANG-Hauptgeschäftsführerin Stefanie Sabet
zieht eine positive Zwischenbilanz: „Dieses klare Bekenntnis einer gesamten Wertschöpfungskette zu Europa ist einmalig. Wir setzen damit gleichzeitig ein wichtiges Zeichen, dass wir die Zukunft für unsere Unternehmen aktiv mitgestalten wollen.“ Mehr unter www.europa-braucht-helden.de


Kontakt:

BVE e. V. ANG e. V BLL e. V
Monika Larch Stefanie Sabet Manon Struck-Pacyna
mlarch@bve-online.de sabet@ang-online.com mstruck@bll.de

 

ANG-Präsidentin Brigitte Faust kommentiert die Forderungen nach einem europäischen Mindestlohn im Debattenformat CAUSA des Tagesspiegels

Eine nationale Sache

Die Diskussion um eine europäische Lohnuntergrenze ist nicht neu. Zuletzt wurde sie 2014 von Jean-Claude Juncker, damaliger Spitzenkandidat der CDU und heutiger EU-Kommissionpräsident, aufgegriffen. Aktuell fordert die SPD mit ihrem Programm für die Europawahl 2019 einen europäischen Mindestlohn. Dabei sollen in allen Mitgliedsstaaten Europas Mindestlöhne geschaffen werden, die mindestens 60 Prozent des nationalen Medianlohns betragen.

Entscheidend bei dieser Frage ist, dass die Einführung eines einheitlichen Mindestlohnniveaus keine Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen und damit verbundenen Leistungsfähigkeit der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik in den Mitgliedstaaten bewirken kann. Vielmehr würde ein solcher Mechanismus vehement in die Wettbewerbsverhältnisse der EU-Staaten eingreifen und die notwendige Anpassungsfähigkeit der nationalen Lohnregime lähmen. Daher ist der Vorschlag in aller Entschiedenheit abzulehnen.

Alle Mitgliedstaaten verfügen über national spezifische Lohnuntergrenzen

Schwerwiegend ist vor allem die Tatsache, dass ein europäischer Mindestlohn empfindlich in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten eingreifen würde, ihre Sozialsysteme eigenverantwortlich zu gestalten. Die Systeme innerhalb der EU sind historisch gewachsen und höchst unterschiedlich. So ist in 22 Mitgliedstaaten eine allgemeine, gesetzlich festgelegte Lohnuntergrenze in Kraft, während die restlichen sechs Länder über sektorale - meist tarifvertraglich festgelegte - Regelungen verfügen. Damit ist de facto in jedem Mitgliedstaat eine Lohnuntergrenze vorhanden.

Zudem bleibt bei dem Vorschlag unklar, welche Institution mit der Umsetzung und Kontrolle eines europäischen Mindestlohns beauftragt werden sollte und inwieweit die Mitgliedstaaten Einfluss auf den entsprechenden Anpassungsmechanismus nehmen können. Tatsache ist, das Ziel starker Arbeitsmärkte eint Europa – die Wege dorthin dürfen aber nicht zentral vorgegeben werden. Deshalb muss jeder Mitgliedstaat seine Sozialsysteme und etwaige Regelungen zu Mindestlöhnen weiter eigenverantwortlich gestalten dürfen.

Ein europäischer Mindestlohn kann die vielfältigen Gegebenheiten in den EU-Staaten nicht abbilden

Die unterschiedlichen Löhne und damit verbundenen Lohnregime sind vor allem Ausdruck der wirtschaftlichen Bedingungen und Arbeitsmarktsituationen in den einzelnen EU-Staaten. Das in Teilen geforderte einheitliche Mindestlohnniveau in Höhe von 60 Prozent des Medianlohns kann den individuellen Gegebenheiten nicht Rechnung tragen. In einem Großteil der EU-Länder liegt der Mindestlohn unter 50 Prozent. Dabei ergibt sich das Paradox, dass selbst in den Mitgliedstaaten mit den EU-weit höchsten geltenden Mindestlöhnen - wie in Luxemburg mit 11,97 Euro - eine Erhöhung nötig wäre, wohingegen die 60-Prozentlinie in Portugal bereits bei 3,61 Euro erfüllt wäre. Zieht man die Mindestlohnspannweite in Europa in Betracht, so liegt diese aktuell bei rund zehn Euro. Aber auch die vorgeschlagene Medianlohnquote würde keine Gleichbehandlung im Sinne eines allgemeingültigen Mindestlohns erzeugen. Eine Spannweite würde auch dann Bestand haben, zumal die Differenz durch den unterschiedlichen Anpassungsbedarf sogar noch größer ausfallen würde als zuvor.

Die Regelungen zum Mindestlohn in Deutschland haben sich bewährt

Die Bundesregierung hat bei Einführung des bundesweiten Mindestlohns 2015 gesetzlich festgelegt, dass sich die paritätisch besetzte Mindestlohnkommission bei der Anpassung des Mindestlohns nachlaufend an der Tariflohnentwicklung orientieren soll. Als Mitglied dieser Kommission will ich betonen, dass die Einbindung der Sozialpartner – der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite – die gesetzlich verankerte Rolle der Tarifautonomie in Deutschland anerkennt. Die festgelegte Systematik deckt die wirtschaftliche Tragfähigkeit ab und hat sich bewährt, in den vergangenen Jahren war die Steigerung zudem nicht unerheblich. Damit übernehmen die Sozialpartner Verantwortung für die zukünftige Entwicklung. Unzumutbar wäre es für die Arbeitgeber, wenn die Politik den Mindestlohn – auch in Form eines europäischen Mindestlohns – vorgeben und damit die Stimme der Sozialpartner außer Acht lassen würde.

Auch sollte nicht vergessen werden, dass wir bezüglich der Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auf die Beschäftigung nur über ein begrenztes Wissen verfügen. Die in Deutschland stabile Arbeitsmarktlage ist auf andere Mitgliedstaaten nicht ohne weiteres übertragbar. Hier könnte die Umsetzung eines europäischen Mindestlohns die teils angespannte Lage an den nationalen Arbeitsmärkten, gepaart mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit, ernsthaft verschärfen. Was der Mindestlohn in Deutschland in Zeiten wirtschaftlichen Abschwungs bedeutet, bleibt abzuwarten.

Die gesetzliche Grundlage für einen europäischen Mindestlohn fehlt

Unabhängig von den schwerwiegenden Eingriffen in die Sozial- und Arbeitsmarktpolitik der EU-Staaten, ist ein europäischer Mindestlohn mit den derzeitigen europäischen Verträgen nicht umsetzbar. Die EU verfügt grundsätzlich über keinerlei Kompetenz im Bereich der Lohnfindung, wie im Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union im Artikel 153, Absatz 5, festgelegt. Vielmehr ist es Auftrag der EU, die Mitgliedstaaten in Bereichen der Sozialpolitik zu unterstützen und zu ergänzen, um eine Angleichung der Lebens- und Arbeitsbedingungen herbeizuführen. Daher wäre für die Festlegung einer verbindlichen Lohnuntergrenze zu allererst die Änderung der Europäischen Verträge erforderlich. Daraus wird ersichtlich, dass der Frage für oder gegen einen europäischen Mindestlohn zuerst eine Debatte um die grundlegende Rolle der Sozialpolitik in der EU vorangehen muss.

In Bezug auf die vorhandenen Kompetenzen der EU in der Sozialpolitik wird oftmals suggeriert, sie habe keinerlei oder nur wenig Einfluss. Tatsächlich besteht ein umfangreicher und ausreichender europäischer Sozialacquis, der mit über 50 Richtlinien und Verordnungen soziale Mindeststandards für alle Mitgliedstaaten verpflichtend festlegt. Dazu gehören unter anderem Regelungen zur Gleichbehandlung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Arbeitszeit sowie Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz. Die Forderungen nach einem europäischen Mindestlohn einzelner Parteien im Zusammenhang mit einem „Sozialen Europa“ gehen demnach an der Realität vorbei.

Die Mitgliedstaaten nähern sich auf der Grundlage ihrer eigenen Leistungsfähigkeit an

Dass eine Anpassung der Lebens- und Arbeitsbedingungen innerhalb der EU voranschreitet, beweist der seit einigen Jahren anhaltende Trend zu höheren Mindestlohnsteigerungen. Hier weisen vor allem die mittel- und osteuropäischen EU-Länder hohe Wachstumsraten auf, meist sogar zwischen sieben und zehn Prozent. Kern dieser Entwicklung ist, dass die Mitgliedstaaten auf Basis selbst formulierter Ziele und ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit über die Anpassung entscheiden. Das muss auch in Zukunft so bleiben.