ANG-Beschäftigtenbericht 01/2024 - Beschäftigtenzahlen in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie erneut leicht gesunken

Berlin, 23.05.2024

Beschäftigte

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie gab zum Stichtag 30. September 2023 im Vergleich zum Vorjahr leicht nach. Laut aktueller Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) sank die Zahl der Beschäftigten um 1,1 Prozent. Zusätzlich zu den für die Industrie typischen kaufmännischen und technischen Berufsbildern, arbeiten mehr als ein Drittel der Beschäftigten in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie in ernährungstypischen Berufen. In diesen branchenspezifischen Berufszweigen sank die Anzahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,8 Prozent.

Auszubildende

Die Rekrutierung von neuen Auszubildenden bleibt nach wie vor herausfordernd. Der Rückgang der Auszubildendenzahlen setzt sich zum Stichtag 30. September 2023 fort. Zu diesem Zeitpunkt waren 25.603 Auszubildende in der Branche beschäftigt, was einem Rückgang von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. In den ernährungstypischen Berufen verzeichnet die Branche einen Rückgang der Auszubildendenzahlen um 4,7 Prozent.

Vakanzen

Die Unternehmen in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie stehen durch den Fachkräftemangel weiterhin vor erheblichen Herausforderungen. Trotz eines leichten Rückgangs von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestaltet sich die Besetzung offener Stellen für die Unternehmen der Branche nach wie vor schwierig. So sank die Vakanzzeit im März 2024 leicht auf 207 Tage. In Arbeitstagen ausgedrückt bedeutet dies, dass Unternehmen im Durchschnitt dennoch etwa ein Jahr einplanen müssen, um eine offene Stelle zu besetzen. Dies wirkt sich auch negativ auf die Schaffung neuer Stellen aus, so sank die Anzahl der offenen Arbeitsstellen im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent.

Ausblick

„Für den Konjunkturaufschwung und die grüne Transformation brauchen wir mehr freien Wettbewerb sowie investitionsstarke und innovationsfähige Unternehmen mit produktiven Fach- und Arbeitskräften. Der anhaltende Fach- und Arbeitskräftemangel sowie die sinkenden Auszubildendenzahlen sind ein Alarmsignal und verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf. Es braucht Maßnahmen, um trotz der demografischen Entwicklung das Arbeitskräfteangebot so weit wie nur möglich aufrechtzuerhalten. Es braucht mehr Vollzeitbeschäftigung, eine zielgerichtete Erwerbsmigration und eine höhere Erwerbsbeteiligung von Älteren sowie eine Prüfung des Renteneintrittsalters“, kommentiert Stefanie Sabet, Hauptgeschäftsführerin der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V.

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in etwa 6.000 vorwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben rund 643.000 Menschen. Anders als in allen anderen deutschen Industrien werden in der Branche jedes Jahr hunderte von Tarifverträgen in den einzelnen Regionen und Teilbranchen abgeschlossen und neu verhandelt. Es gibt keinen anderen Wirtschaftsbereich in Deutschland, der eine solch differenzierte Tarifpolitik betreibt. Die ANG verbindet als Dachverband die neun sozialpolitischen Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie.

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