PRESSEMITTEILUNG | 03.06.2026 - Beschäftigung in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie bleibt stabil, Ausbildung legt deutlich zu – lange Vakanzzeiten belasten Betriebe

Berlin, 03.06.2026

Beschäftigte

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist nach der aktuellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zum Stichtag 30. September 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen (+0,5 Prozent). Neben den branchentypischen kaufmännischen und technischen Berufen sind mehr als ein Drittel der Beschäftigten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie in ernährungsspezifischen Berufen tätig. Auch in diesen branchenspezifischen Berufen nahm die Beschäftigung wieder zu. So stieg die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,8 Prozent.

Auszubildende

Die positive Entwicklung der vorangegangenen Quartale setzt sich bei der Zahl der Auszubildenden in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie fort. So waren am 30. September 2025 insgesamt 27.946 Auszubildende in der Branche beschäftigt. Dies entspricht einem Zuwachs von 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch in den ernährungstypischen Berufen ist ein Anstieg der Auszubildendenzahlen um 5,9 Prozent zu beobachten.

Vakanzen

Der Fachkräftemangel stellt die Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelindustrie weiterhin vor große Herausforderungen. So gestaltet sich die Besetzung offener Stellen für die Unternehmen der Branche nach wie vor schwierig. Die Vakanzzeit sank im März 2026 auf 224 Tage. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies jedoch einem Anstieg von 0,4 Prozent. In Arbeitstagen ausgedrückt müssen Unternehmen im Durchschnitt rund ein Jahr einplanen, um eine offene Stelle zu besetzen. Dies wirkt sich auch negativ auf die Schaffung neuer Stellen aus. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der offenen Stellen um 12,1 Prozent.

Ausblick

Die aktuellen Beschäftigungszahlen zeigen, dass sich die Ernährungs- und Genussmittelindustrie trotz schwieriger Rahmenbedingungen stabil entwickelt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist leicht gestiegen; auch in den ernährungsspezifischen Berufen zeigt sich ein moderater Zuwachs.

Besonders positiv ist der deutliche Anstieg der Auszubildendenzahlen. Er zeigt, dass die Betriebe auch unter Kosten- und Wettbewerbsdruck weiter in Nachwuchs und Fachkräftesicherung investieren.

Gleichzeitig bleibt die Besetzung offener Stellen schwierig. Eine durchschnittliche Vakanzzeit von 224 Tagen belastet die betriebliche Planung erheblich. Der Rückgang der gemeldeten offenen Stellen sollte daher nicht vorschnell als Entspannung gewertet werden.

„Unsere Betriebe halten die Beschäftigung stabil und investieren massiv in die Ausbildung, aber diese soziale Verantwortung funktioniert nicht als Einbahnstraße.  Wir erwarten von der Politik jetzt endlich die angekündigten Reformen in der Arbeits- und Sozialpolitik, die den Faktor Arbeit wieder bezahlbar machen. Wenn bei den ausufernden Arbeitskosten und der lähmenden Bürokratie nicht endlich umgesteuert wird, fährt die Politik die Wettbewerbsfähigkeit unserer Branche sehenden Auges gegen die Wand. Wer Beschäftigung langfristig sichern will, muss Unternehmen spürbar entlasten und den Arbeitsmarkt flexibler aufstellen“, erklärt Kim Cheng, Hauptgeschäftsführerin der ANG.

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie bleibt ein verlässlicher Arbeitgeber. Damit dies so bleibt, braucht es eine Arbeitsmarkt- und Standortpolitik, die die Besonderheiten mittelständisch geprägter Branchen berücksichtigt.

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in knapp 6.000 vorwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben rund 658.000 Menschen. Anders als in allen anderen deutschen Industrien werden in der Branche jedes Jahr hunderte von Tarifverträgen in den einzelnen Regionen und Teilbranchen abgeschlossen und neu verhandelt. Es gibt keinen anderen Wirtschaftsbereich in Deutschland, der eine solch differenzierte Tarifpolitik betreibt. Die ANG verbindet als Dachverband die neun sozialpolitischen Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie.

Kontakt für Presseanfragen:

Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V.

Hauptgeschäftsführerin Kim Cheng

Claire-Waldoff-Straße 7, 10117 Berlin

Tel.: 030 200 786 113; E-Mail: cheng@ang-online.com

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