Tarifverträge attraktiver machen

CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber, MdB mit dem sozialpolitischen Referenten der ANG Tharson Thurai der ANG

München, 9. Mai 2017 – Die Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie stehen zu ihrer sozialpolitischen Verantwortung. Das betonte Brigitte Faust, Präsidentin der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss anlässlich der Mitgliederversammlung des Verbandes am Dienstag in München. „Nachlassende Tarifbindung ist Folge schwerfälliger Tarifverträge, nicht aber Zeichen fehlender Verantwortung der Arbeitgeber“, sagte die Verbandschefin an die Adresse der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Diese hatte den Arbeitgebern vorgeworfen, sich bewusst der Tarifbindung zu verweigern, um etwa Frauen bei der Bezahlung benachteiligen zu können. „Dieses schlichte Feindbild ist heute wirklich abgedroschen“, kritisierte Brigitte Faust und verwies auf den hohen Frauenanteil in der Branche. Angesichts des demografischen Wandels bemühten sich die Unternehmen vielmehr darum, die Beschäftigung in den Ernährungsbetrieben gerade für Frauen attraktiv zu gestalten. Dazu gehörten flexible Arbeitszeitmodelle ebenso wie betriebliche Sozialleistungen.

Damit widersprach Frau Faust auch der Forderung der Gewerkschaft nach einer gesetzlichen Einschränkung der tarifbindungsfreien Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband. Die Tarifautonomie, nach der jeder Arbeitgeber genauso wie jeder Arbeitnehmer frei entscheiden könne, ob er sich einem Tarifvertrag unterwerfen wolle, sei grundgesetzlich garantiert. „Daran darf nicht gerüttelt werden“, so Faust. Stattdessen empfahl sie der Gewerkschaft dabei mitzuwirken, Tarifverträge wieder attraktiver zu machen. Nur mit tariflichen Flexibilisierungsmöglichkeiten, die sowohl den betrieblichen als auch den persönlichen Bedürfnissen der Beschäftigten ausreichend Rechnung trügen, könne die Bereitschaft zur Tarifbindung erhöht werden. Ausdrücklich lud sie die Gewerkschaft dazu ein, hierüber mit den Arbeitgebern in den Dialog zu treten.

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